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Beiträge zum Wissensaufbau 2025
Schulungen, Vorträge und die Mitarbeit an Normen zur Barrierefreiheit im Jahr 2025
So viele Schulungen wie in keinem Jahr zuvor: Die Vermittlung von Wissen war 2025 ein Schwerpunkt der Arbeit der Landesfachstelle für Barrierefreiheit. Mit den Themen „Barrierefreies Wohnen“ und „Barrierefreier Brandschutz“ befasste sie sich erstmalig intensiver: Zum barrierefreien Wohnen war sie Mitveranstalterin einer Fachtagung. Zum barrierefreien Brandschutz führte sie Schulungen durch und arbeitete an einer Norm mit. Lesen Sie, was die Landesfachstelle zum Aufbau von Wissen im Jahr 2025 beigetragen hat.
Auch die Beratung zur Umsetzung von Barrierefreiheit im Einzelfall nimmt einen großen Stellenwert ein. Informationen zu den Beratungen im Jahr 2025 erhalten Sie auf der Unterseite Beratungen im Einzelfall 2025.
Sehr viele Vorträge, Kurzschulungen und Seminare
Die Landesfachstelle für Barrierefreiheit hat 2025 an insgesamt 33 Veranstaltungen inhaltlich mitgewirkt. In keinem Jahr war die Zahl bislang so hoch.
Die meisten Veranstaltungen fanden zur digitalen Barrierefreiheit statt. Das waren insgesamt 18 Veranstaltungen. Dazu gehörten:
- die Online-Sprechstunde „Digitale Barrierefreiheit“,
- Kurzschulungen zur barrierefreien Gestaltung von Webseiten, Apps und weiteren digitalen Anwendungen und
- Kurzschulungen zur Vorbereitung von Word-Dokumenten.
Gut vorbereitete Word-Dokumente können mit geeigneter Software einfach und schnell in eine barrierefreie PDF-Datei umgewandelt werden.
2025 arbeitete die Landesfachstelle auch häufiger mit den örtlichen Teilhabemanagements von Kommunen in Sachsen-Anhalt zusammen. Die örtlichen Teilhabemanagements organisierten etwa ein Viertel aller Veranstaltungen, bei denen die Landesfachstelle informierte. Über diese Veranstaltungen erreicht die Landesfachstelle ihre wichtigste Zielgruppe besonders gut: die Bereiche der öffentlichen Stellen in Sachsen-Anhalt, die für die Umsetzung von Barrierefreiheit verantwortlich sind.
Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“
Am 25. September 2025 fand auf dem Campus Dessau der Hochschule Anhalt die Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“ statt. Die Veranstaltung machte auf den Bedarf an barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen in Sachsen-Anhalt aufmerksam. Ziel der Veranstaltung war ein Beitrag zu mehr barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum in Sachsen-Anhalt.
Veranstalter der Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“
Veranstalter der Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“ waren:
- der Beauftragte der Landesregierung von Sachsen-Anhalt für die Belange der Menschen mit Behinderungen,
- die Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“ des Runden Tisches für Menschen mit Behinderungen Sachsen-Anhalt,
- der Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e. V.,
- das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Referat Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, gesellschaftliche Teilhabe, Armuts- und Reichtumsfragen, und
- die Landesfachstelle für Barrierefreiheit Sachsen-Anhalt.
Der Landesbehindertenbeauftragte und die Landesfachstelle führen jedes Jahr gemeinsam eine Fachtagung zu einem aktuellen Thema der Barrierefreiheit durch.
Workshop „Barrierefreiheit in der Lehre“
Nach Einschätzung der Landesfachstelle für Barrierefreiheit fehlt es noch an Wissen zur Umsetzung von Barrierefreiheit. Wo könnte diese Einschätzung besser besprochen werden, als an einer Lehr- und Forschungseinrichtung für Architektur? Die Landesfachstelle veranstaltete daher auf der Fachtagung eine Diskussionsrunde zur Frage: Inwiefern sollte Barrierefreiheit Bestandteil der Hochschulstudiengänge werden?
Zu der Diskussionsrunde eingeladen waren:
- Professor Axel Teichert,
- Professorin Bilyana Asenova und
- Rando Gießmann.
Herr Prof. Teichert ist Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt. Er war lange Jahre Professor für CAD / Baukonstruktion, Architekturdarstellung und CAD / Visualisierung. Er lehrte zunächst an der Hochschule Magdeburg-Stendal und danach lange Jahre an der Hochschule Anhalt.
Frau Prof. Asenova ist Professorin für Gebäudelehre und Entwerfen an der Hochschule Anhalt.
Herr Gießmann ist Geschäftsführer der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft. Er ist auch Verbandsratsvorsitzender des Verbands der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt.
Für die Landesfachstelle für Barrierefreiheit Sachsen-Anhalt diskutierte Kerstin Rolf mit. In die Diskussion brachten sich auch etwa 10 weitere Teilnehmende ein. Unter ihnen waren auch einige Studierende des Studiengangs Architektur.
Sowohl Prof. Teichert als auch Prof. Asenova vertraten folgende Auffassung: Es sei nicht sinnvoll, bereits im Hochschulstudium die Einzelheiten der Barrierefreiheit zu vermitteln. Im Studium sollten die Studierenden vor allem lernen, Entwürfe zu fertigen. Es würde die Studierenden eher hemmen, sich daneben sehr viel Detailwissen aneignen zu müssen.
Sinnvoll sei aber, die Studierenden für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren. Sie könnten Barrierefreiheit außerdem in ihren Studienarbeiten berücksichtigen.
Auch die anwesenden Studierenden vermissten das Thema Barrierefreiheit im Studiengang nicht. Einer von ihnen hatte in seinem Studium bereits selbst ein barrierefreies Gebäude entworfen.
Diese Auffassung ist für die Landesfachstelle für Barrierefreiheit Sachsen-Anhalt nachvollziehbar. Sie zeigt aber auch: Das notwendige Detailwissen zur Umsetzung von Barrierefreiheit wird im Studium nicht vermittelt.
Es bleibt daher die Frage: Wann und wie kann dieses Wissen erworben werden? Die Landesfachstelle für Barrierefreiheit wird deshalb weiter nach Möglichkeiten suchen, wie das notwendige Wissen vermittelt werden kann.
Weitere Informationen zur Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“
- Programm der Fachtagung „Barrierefreies Wohnen“
- Die Ausgabe 3/2025 der Zeitschrift „normal!“ enthält auf Seite 11 einen Bericht zur Fachtagung (Dokument öffnet in neuem Fenster).
- Einen Rückblick aus Sicht des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt finden Sie auf der Webseite „Fachtagung des Sozialministeriums und des VdW Sachsen-Anhalt ‚Barrierefreies Wohnen‘ in Dessau“ (externer Link öffnet in neuem Fenster).
Mitarbeit zur Festlegung von Anforderungen der Barrierefreiheit
Die Landesfachstelle arbeitet auch daran mit, Anforderungen an die Barrierefreiheit weiterzuentwickeln. Solche Anforderungen werden häufig in Normen oder Richtlinien veröffentlicht.
Normen spielen für die Umsetzung von Barrierefreiheit eine große Rolle. Die Landesfachstelle muss die Normen daher gut kennen. Nur dann kann sie die Inhalte auch zutreffend und praxisnah vermitteln.
Für die Arbeit der Landesfachstelle ist die DIN 18040 „Barrierefreies Bauen: Planungsgrundlagen“ besonders wichtig. Sie besteht aus 3 Teilen:
- Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude,
- Teil 2: Wohnungen und
- Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum.
Die Normenreihe „Barrierefreies Bauen: Planungsgrundlagen“ wird seit einigen Jahren überarbeitet. Grund dafür war eine europäische Normierung.
Die Landesfachstelle arbeitet an der Überarbeitung aller 3 Teile mit. Die Arbeit am dritten Teil „Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ konnte 2025 beendet werden. Veröffentlicht werden alle 3 Teile aber erst, wenn auch die Normierungsverfahren der ersten beiden Teile beendet sind.
Barrierefreier Brandschutz
Ein weiterer Schwerpunkt beim Wissensaufbau und bei der Wissensvermittlung war 2025 der barrierefreie Brandschutz:
Die bestehenden Normen behandeln bisher nur kurz, wie Menschen mit Behinderungen im Brandfall evakuiert werden können.
Die Landesfachstelle arbeitet daher an einer Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) mit. Die Richtlinie trägt den Titel: „Projekt VDI 6008 Blatt 7 – Barrierefreie Lebensräume – Brandschutz (externer Link öffnet in neuem Fenster)“.
Ein Ziel der Richtlinie ist es, Menschen mit Behinderungen besser dabei zu unterstützen, sich im Brandfall selbst retten zu können.
Anfang 2025 veranstaltete die Landesfachstellte gemeinsam mit einem Experten für den baulichen Brandschutz das Seminar „Barrierefreiheit im Kontext zum Brandschutz“.
Der barrierefreie Brandschutz war auch Thema eines Workshops auf der 2. Teilhabekonferenz Barrierefreiheit in Halle (Saale) (externer Link öffnet in neuem Fenster).
Ihr Ansprechpartner
Klemens Kruse
Telefon: 0 39 23 / 7 51 - 1 73
Nutzen Sie das Formular auf der Unterseite Kontakt Landesfachstelle, um eine Nachricht an Herrn Klemens Kruse zu übermitteln.